Keine Angst

Dienstag, 10. März 2009

Auf www.wahrheiten.org schreibt Hartmut Bachmann in einem Artikel mit dem Titel Eiszeit: Wer startete die Bankenkrise wo, wann, womit, für wen? einige simple Dinge zum Thema Angst, die vermutlich zu simpel sind, um uns ständig bewusst zu sein. Die Quintessenz lautet:
Wir Menschen werden durch Angst manipuliert, im kleinen tun wir es in der Familie, im großen sind es der mächtige Filz aus Politik und (Medien-)wirtschaft, oder besser gesagt, es sind Mächtige, die sich sowohl der Politik als auch Medien und, hinsichtlich der Wirtschaftskrise, auch der Wirtschaft selbst bedienen.

Nun muss man nicht alles und allem glauben, was auf Wahrheiten.org publiziert wird. Auch auf diese Seiten selbst kann und muss man die Schlussfolgerungen des Artikels anwenden. Gerade beim Lesen dieser und ähnlicher Webseiten und auch weiterer Artikel von Hartmut Bachmann - der hier auch ganz schlicht sein Buch “Die Reformverhinderer - Parteien- und Beamtendiktatur in Deutschland“ bewirbt - kann einem Angst und Bange werden. Ich persönlich denke, dass viele - wahrscheinlich die meisten - der Themen, die Wahrheiten.org behandelt, dort wahrheitsgetreuer dargestellt werden, als in den gängigen Mainstreammedien. Welche dies sind, dazu vielleicht später mehr.

Die Darstellung der Angst als Handwerkszeug der Mächtigen halte ich jedoch für Stichhaltig. Als Vater von fünf Mädchen finde ich mich da schnell selber als Angstmacher wieder.

Auch seine Ausführungen zur Angstmacherei im Paradies kann ich nachvollziehen. Dass die Kirche ihre Macht missbrauchte ist eine historische Tatsache.

Das könnte mich als Christen nun durchaus in einen Konflikt bringen. Sollte Gott tatsächlich dass Vorbild der Mächtigen dieser Welt sein? Sollte er durch die Repressalien, die Adam und Eva im Paradies, bzw. durch den Rausschmiss aus dem selbigen erfuhren, tatsächlich der Begründer der Machtausübung durch Angst sein?

Nun, zum einen hat Gott seine Macht sicherlich nicht erobert und erpresst. ER hatte und hat tatsächlich die Macht, mit seinen Geschöpfen zu tun, was ihm gefällt. Dies ist jedoch nicht der entscheidende Unterschied.

Der Unterschied ist vielmehr, dass Gott niemals seine Macht missbraucht und uns Angst gemacht hat, um seine Ziele durch zu setzen. Falsche Ausleger des Alten Testaments und nicht nur die Kirchenfürsten des Mittelalters wollen uns dies glauben machen, da sie sich tatsächlich des Werkzeuges Angst bedienen und das Wort Gottes für ihre Zwecke missbrauchen.

Den Vorwurf entkräften kann jedoch nur das Verständnis und der Glaube an die unverdiente Gnade Gottes die der Apostel Paulus - gerade im Kontrast zum Angst machenden Gesetz - im Römerbrief entfaltet und in den folgenden Zeilen zusammenfasst:
“Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt einen Geist der Sohnschaft empfangen, im dem wir rufen: Abba, Vater” (Römer 8,15)

Wenn ich nun aber Gott nicht mehr fürchten muss - obwohl ich Gott fürchte *1) - so muss ich auch die Macht der Mächtigen dieser Welt nicht fürchten, noch das, womit sie mich bedrohen. Sei es nun eine Klimakatastrophe oder mein wirtschaftlicher Ruin.

1) Mit “Gott fürchten” im zweiten Teil des Satzes meine ich die Ehrfurcht vor Gott als dem heiligen Gott, während im ersten Teilsatz gemeint ist, dass ich den Zorn Gottes nicht mehr fürchten muss, dem ich ohne seine Gnade ja gerechterweise ausgeliefert wäre.